Vor- und Nachteile der internen und externen Personalbeschaffung

Das Recruitment übernimmt heute einer der wichtigsten Aufgaben im Unternehmen: 

Sobald eine Stelle frei wird, steht das Unternehmen vor der wichtigen Frage: Besetzen wir die Position mit internen Mitarbeitern oder wollen wir frisches Blut mit neuen Ideen, die unser Unternehmen neu beleben? 

Dies ist eine entscheidende Frage. Denn bei der Personalbeschaffung geht es nicht nur darum, Kosten und Aufwand so gering wie möglich zu halten. Es geht auch darum, wie ein Unternehmen es schafft, im Hinblick auf die Konkurrenz innovativ zu werden. 

Um diese Frage beantworten zu können, untersuchen wir von JobTender24 die Vor- und Nachteile beider Personalbeschaffungsmethoden: Denn die Entscheidung muss je nach Position und Sachverhalt unterschiedlich getroffen werden. 

Es gibt eine Vielzahl an Faktoren die dabei nicht außer Acht gelassen werden dürfen, unter anderem die Größe des Unternehmens und die Dringlichkeit der Stellenbesetzung: 

Ist das Unternehmen klein und verfügt nicht über das interne Know-How, ist es unter Umständen nicht attraktiv genug für High Potentials. Muss die Stelle dringend besetzt werden, erscheint die interne Suche nach Mitarbeitern als eine schnelle Lösungsmöglichkeit.  

Interne Personalbeschaffung 

Ganz nach dem Motto „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“. Hier wissen Sie genau welches Potential Sie sich ins Boot holen und welche Skills der Mitarbeiter mitbringt. In kleinen Unternehmen werden oft das schwarze Brett, ein Team Meeting oder eine kurze Rundmail geschickt. In großen Unternehmen wird eher auf den internen Newsletter oder das Intranet gesetzt. 

Vorteile der internen Personalbeschaffung

Nehmen wir einmal an, Sie möchten die Stelle eines Projektleiters neu besetzen und haben auch schon einen Kandidaten im Blick: Wilhelm aus der Controlling-Abteilung. Er ist ein sehr guter Analytiker und bringt darüber hinaus weitere wichtige Eigenschaften mit. Dazu kommen folgende Vorteile: 

  • Wilhelm kennt die Unternehmenskultur und –normen 
  • Die Kosten für die Einstellung von Wilhelm sind deutlich geringer 
  • Sie sparen Zeit beim Personalauswahlverfahren 
  • Sie kennen seine Stärken 
  • Wilhelm ist sofort einsatzbereit  
  • Wilhelm ist bereits mit seinem Arbeitsbereich vertraut, seine Einarbeitungsphase ist somit deutlich kürzer 
  • Wilhelm fühlt sich durch die Beförderung wertgeschätzt und gefördert – Er ist motivierter 
  • Das Risiko einer Fehleinstellung ist marginal 

Zur internen Personalbeschaffung zeigt eine 2016 erhobene LinkedIn Talent Trend Studie an mehr als 26.000 Fachkräften folgendes Ergebnis: 25 % der Professionals haben ein deutliches Interesse an einer Beförderung im eigenen Unternehmen. Die selbe Studie sagt aber auch, dass 24 % derjenigen Mitarbeiter, die für eine Beförderung nicht berücksichtigt werden, einen Arbeitgeberwechsel erwägen. Stoff zum nachdenken… 

Und welche Nachteile hat die interne Personalbeschaffung? 

Nicht zu unterschätzen ist, dass Vielfalt in Bereichen wie sozialer Hintergrund, ethnische Herkunft, Geschlecht, Alter und Religion eine Botschaft der Integration innerhalb und außerhalb des Unternehmens vermittelt. Diese Werte können dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil in einer heterogenen Umwelt verschaffen. Bei einer Nachbesetzung aus eigenem Personalbestand bleibt die Struktur des Humankapital die selbe.  

Weitere Nachteile, verdeutlicht am obigen Beispiel von Wilhelm: 

  • Wird Wilhelm befördert muss im Gegenzug seine alte Position nachbesetzt werden 
  • Bei Wilhelms Kollegen können Ressentiments entstehen 
  • Wilhelm ist vielleicht im Vergleich zu anderen Bewerbern nicht die beste Wahl 
  • Plötzlich ist Wilhelm nicht mehr nur Kollege, sondern auch Vorgesetzter; Dies kann zu Herausforderungen führen 
  • Betriebsblindheit kann Innovationen und Diversitäten ersticken  
  • Wilhelms Beförderung kann die Gesamtleistung seiner vorherigen Abteilung beeinträchtigen, da er dort jetzt fehlt 
  • Je nach Größe des Unternehmens und verfügbarem Talent kann die interne Rekrutierung eine Herausforderung darstellen
     

Als kurzfristige Lösung eignet sich interne Personalbeschaffung, jedoch ist es wichtig eine langfristige Strategie zu verfolgen. Akuter Bedarf lässt sich gut decken, die Mitarbeiter werden langfristig gefördert und können sich für bestimmte Positionen qualifizieren. Bei kritischen Führungspositionen sollte aber ein detaillierter Nachfolgeplan erstellt werden, der das Nachrückverfahren, wenn ein Mitarbeiter ausscheidet, klar definiert.
 

Externe Personalbeschaffung

Wenn die Stelle nicht intern besetzt werden kann, muss auf dem freien Arbeitsmarkt nach einem geeigneten Kandidaten gesucht werden. Dabei wird zwischen der aktiven und der passiven Personalbeschaffung unterschieden. Beliebte Möglichkeiten der externen Personalbeschaffung sind das Posting der Stellenanzeige auf der eigenen Karriereseite/ Website, auf Jobportalen im Internet, die Beauftragung von Personalagenturen und Headhuntern, Social Media Recruiting, Active Sourcing sowie ein Besuch auf Veranstaltungen und Jobmessen. 

Der große Vorteil von externer Personalbeschaffung…

…ist die tatsächliche Aufstockung von Arbeitsressourcen und nicht einfach die Umverteilung.
  

Außerdem profitieren Sie von folgende Vorteilen:  

  • Ihr Unternehmen erhält den Zugang zu Fähigkeiten und Know-How, die möglicherweise Ihrem internen Mitarbeiter fehlen 
  • Oft haben Unternehmen eine verinnerlichte Annahme wie eine bestimmte Rolle zu funktionieren hat 
  • Festgefahrene Strukturen werden gelockert 
  • Externe Talente ermöglichen Ihrem Unternehmen einen Einblick in den Wettbewerb 
  • Mit frischem Wind stellen Sie sicher, dass Ihr Unternehmen weiterhin innovativ und wachsend auf dem besten Weg zur Branchenführerschaft bleibt 
  • Eine gezielte Suche nach nötigen Fähigkeiten und Qualifikationen spart die interne Weiterbildung 

Nachteile von externer Personalbeschaffung

Auch die externe Personalbeschaffung hat Nachteile, die jedoch -im Gegensatz zur internen Personalbeschaffung- mit geeigneten strategischen Maßnahmen gut eingedämmt werden können:  

  • Passt der neue Mitarbeiter wirklich zum Team und zur Unternehmenskultur? Ist er für die Position wirklich geeignet? Lösungsmöglichkeit: Durch Eignungsdiagnostik und ein Bewerbungsverfahren kann das Risiko einer Fehlbesetzung deutlich minimiert werden.  
  • Höhere Kosten können durch die aktive Suche auf Jobportalen oder durch Personaldienstleister entstehen. Jedoch können auf manchen Jobbörsen auch kostenlose Stellenanzeigen geschaltet werden. 
  • Der Zeitaufwand kann höher sein, wenn das Personalauswahlverfahren sich in die länge zieht und der neue Mitarbeiter eingearbeitet werden muss. Hier kann mit einem Onboarding Prozess der Mitarbeiter schneller eingearbeitet werden. 


Am Besten eignet sich die externe Personalbeschaffung für kleine und mittlere Unternehmen, da die interne Personalauswahl dort sehr begrenzt ist; Die interne Suche nach dem geeigneten Kandidaten gestaltet sich daher schwierig. Aber auch wenn Sie Ihr Unternehmen vergrößern und die Abteilungen ausbauen wollen, kommt neues Know-How und Wissen in Ihr Unternehmen. So wie der US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Boris Groysberg sagt: „Do we build it or do we buy it?“ 

Fazit

Ob sich interne oder externe Personalbeschaffung für Ihr Unternehmen eignet, kommt ganz auf die Situation Ihres Unternehmens und die zu besetzende Stelle an. Kandidaten intern zu besetzen ist eine kurzfristige Lösung bei akutem Personalbedarf. Neues Know-How ist aber bei der externen Personalgewinnung nicht zu unterschätzen.  

Wir von JobTender24 analysieren gerne mit Ihnen Ihre aktuelle Situation, um gemeinsam den besten Weg für die Personalbeschaffung zu finden. 

(Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im Artikel die gewohnte männliche Sprachform bei personenbezogenen Substantiven und Pronomen verwendet. Dies impliziert jedoch keine Benachteiligung des weiblichen Geschlechts, sondern soll im Sinne der sprachlichen Vereinfachung als geschlechtsneutral zu verstehen sein)